Katzenimpfungen

Sind Impfungen nötig?

Gegen welche Krankheiten Ihre Katze geimpft werden sollte und zu welchem Zeitpunkt diese Impfungen gemacht werden müssen, besprechen Sie am besten mit uns bei Ihrem nächsten Besuch in unserer Praxis. Dabei spielt das Alter und die Lebensgewohnheiten Ihrer Katze eine grosse Rolle, ob sie ein Freigänger oder eine Hauskatze ist, ob sie Kontakt zu Artgenossen und anderen Tieren hat oder ob evtl. ein Auslandaufenthalt bevorsteht. Nachfolgend finden Sie die Beschreibung der wichtigsten Erkrankungen, mit denen sich Katzen anstecken können.

Ab wann kann eine Katze geimpft werden?

Prinzipiell können Katzenwelpen ab einem Alter von 8-9 Wochen geimpft werden. In speziellen Fällen (z.B. bei hohem Infektionsdruck) sind gewisse Impfungen bereits in einem früheren Alter angezeigt. Abhängig von den Lebensverhältnissen der Katze empfehlen wir Ihnen das Impfschema mit uns zu besprechen. Um einen ausreichenden Impfschutz zu erhalten, müssen Katzenwelpen 2 mal im Abstand von 3-4 Wochen geimpft werden. Nach dieser Grundimmunisierung sollten die Tiere alle 12 Monate eine Auffrischungsimpfung erhalten.

 

 

Das empfohlene Impfschema für Katzen
Alter der Katze4
Wochen
8 - 9
Wochen
12
Wochen
16
Wochen
Jährlich
Katzenseuche¹   Dot Dot   Dot
Virsusbedingter
Katzenschnupfen¹
  Dot Dot   Dot
Feline Chlamydiose¹   Dot Dot   Dot
Feline Bordetellose² Dot       Dot
Leukose³   Dot Dot   Dot
FIP³       Dot Dot¹¹
Tollwut Folgen Sie den gesetzlichen Bestimmungen
und lassen Sie sich bei uns beraten.

 

¹Eine kombinierte Frühimpfung gegen Katzenseuche und Katzenschnupfen
ist bereits mit 6 Wochen möglich, muss dann aber
noch zweimal wiederholt werden.

 

²Impfung für gefährdete Katzen; Wiederholung jährlich oder bei
längerem Abstand mindestens 72 Stunden vor einer Risikoperiode
(z.B. Tierheimaufenthalt). Für die Notwendigkeit einer
Bb-Impfung lassen Sie sich durch uns beraten.

 

³Für die Notwendigkeit dieser Impfungen lassen Sie sich bei uns beraten.

 

¹¹Jährliche Wiederholungsimpfung, sofern die Katze grundimmunisiert wurde.

 

Bitte beachten Sie, dass es das eine und einzig richtige Impfschema nicht gibt. Je nach Art des Impfstoffes und je nach Lebensverhältnissen und Umgebung der Katze werden wir den Impfplan anpassen, der den Bedürfnissen Ihrer Katze entspricht.

 

Was muss speziell beachtet werden?

Die Tiere sollten zum Impfzeitpunkt gesund und frei von Parasiten sein. Um letzteres zu gewährleisten, empfehlen wir Ihnen die Katze ein bis zwei Wochen vor der Impfung zu entwurmen. Wurm- und auch andere Antiparasiten-Mittel finden Sie in unsere Praxis, lassen Sie sich durch den Tierarzt beraten.

 Der jährliche Tierarztbesuch ist für die Gesundheitskontrolle Ihres Lieblings sehr wichtig. Katzen können Schmerzen und Leiden gut verbergen, so dass eine Krankheit z.T. erst im fortgeschritenen Stadium bemerkt wird. Ein regelmässiger Besuch in unserer Tierarztpraxis kann helfen, Krankheiten bereits in einem frühen Stadium zu erkennen, so dass eine Heilung möglich ist und Ihrer Katze Schmerzen und unnötiges Leiden erspart bleiben.


 

Tollwut

Die Tollwut ist sicherlich eine der bekanntesten und am meisten gefürchteten Viruserkrankungen. Alle Säugetiere und auch der Mensch sind gefährdet. Tollwut ist nach wie vor nicht heilbar und endet meist mit dem Tod des betroffenen Tieres. Dank intensiver behördlicher Massnahmen ist es gelungen, diese Infektionskrankheit einzudämmen.

Die Übertragung erfolgt durch den virushaltigen Speichel infizierter Tiere, meist durch den Biss. Von der Bissstelle aus wandern die Viren den Nerven entlang Richtung Rückenmark und zum Gehirn und von dort zu den Speicheldrüsen. Von da aus nimmt das Unheil weiter seinen Lauf, da das infizierte Tier nun mit seinem Speichel andere Tiere anstecken kann.

Während der Erkrankung durchlaufen die Tiere drei mehr oder weniger ausgeprägte Stadien, die von Wesensveränderungen ("stille" Wut: wilde Tiere werden zahm oder überwinden ihre Wasserscheu) über Aggresivität (beisswut oder "rassende" Wut) zu fortschreitenden Lähmungserscheinungen verschiedenster Muskeln führen. Es kommen jedoch auch atypische, mildere Erkrankungsformen vor.

Die Schweiz ist seit 1999 offiziell frei von Tollwut, so dass für Haustiere in der Regel keine Gefahr besteht. Ein Impfobligatorium innerhalb des Landes besteht nicht mehr.

Problematisch kann es sein, wenn Katzen oder Hunde als "Feriensouvenir" von einem Land, in dem Tollwut vorkommt, mitgebracht werden. Stellt sich später heraus, dass das vermeintlich gesunde Tier bereits mit Tollwut infiziert war, müssen ungeimpfte Katzen oder Hunde, die mit ihm Kontakt hatten, während längerer Zeit abgesondert und evtl. eingeschläfert werden. Waren diese Katzen und Hunde gegen Tollwut geimpft, so ist nur eine Nachimpfung und eine Absonderung für kurze Zeit nötig.

Falls Sie mit Ihrer Katze ins Ausland reisen, ist eine Impfung gegen Tollwut vorgeschrieben. Ansonsten genügt für einen zuverlässigen Impfschutz, je nach Impfstoff, eine Impfung alle 2 bis 3 Jahre.


 

FIV (Katzenaids)

Das FIV (felines immunschwäche Virus) zeigt viele ähnlichkeiten mit dem Humanen Immunschwäche Virus (HIV), allerdings sind weder der Mensch noch andere Haustierarten durch FIV gefährdet. Die Ansteckung erfolgt in der Regel via Bissverletzungen über den infizierten Speichel von Katze zu Katze. Vor allem freilaufende, nicht kastrierte Kater sind durch Ihrer Revierkämpfe gefährdet.

Nach der Infektion dauert es Jahre, bis die Katze krank wird. Das Virus verursacht dabei eine Immunschwäche, die Katze kann sich gegen diverse Krankheitserreger nicht mehr wehren. Sie kann an unterschiedlichen und sehr unspezifischen Erkrankungen leiden (z.B. Durchfall, Entzündungen der Maulschleimhaut, chronische Hautinfektionen, Harnblasenentzündungen, Atemwegserkrankungen). Erst durch einen Bluttest kann die Ursache identifiziert werden. Ein Impfstoff gegen Katzeaids ist zurzeit leider nicht verfügbar.


 

Die ansteckende Bauchfellentzündung (FIP)

Auch bei der FIP handelt es sich um eine Viruserkrankung, die zum Tod der Katze führt. Verursacht wird die FIP durch feline Coronaviren (FCoV). Infizierte Katzen scheiden die Erreger z.B. über Kot oder Speichel aus. Nicht jede Katze, die mit FCoV in Kontakt kommt, erkrankt an einer FIP. Falls die FIP aber ausbricht, so werden als erste Krankheitsanzeichen wiederkehrendes Fieber, verminderte Futteraufnahme, geringere Aktivität und Abmagerung bemerkbar. Schliesslich kann eine Entzündung in der Bauchhöle zu einer Flüssigkeitsansammlung mit deutlicher Umfangsvermehrung führen ("feuchte" Form der FIP). Manchmal sind die gleichen Veränderungen auch im Brustkorb zu finden. Aber auch andere Anzeichen wie Augenerkrankungen, Gelbsucht oder Nerven-Symptome können vorkommen.

Bei der "trockenen" Form der FIP werden Veränderungen in Organen (z.B. Leber und Niere) beobachtet. Häufig sind immungeschwächte Katzen von FIP betroffen, z.B. solche, die bereits an FeLV oder FIV erkrankt sind. Eine Impfung ist möglich.



Katzenleukose

Die Leukose wird durch das feline Leukovirus (FeLV) verursacht. FeLV ist weder für andere Haustierarten noch für den Menschen gefährlich. Infizierte Katzen scheiden das Virus vor allem via Speichel aus, so dass eine Übertragung durch Benützung von gemeinsamen Futtergefässen, gegenseitiges Belecken oder durch Bisswunden passieren kann. Nicht jede Infektion mit FeLV führt zu einer Erkrankung.

Es gibt Katzen, welche die Phase der so genannten Virämie (wenn das Virus im Blut nachweisbar ist) überwinden können. Viele Katzen aber, und hier vor allem Jungtiere, erkranken ca. 2-3 Jahre nach der Infektion an Leukose. Die Viren können sich aber auch über einen längeren Zeitraum im Körper verstecken und erst während eines Schwächezustands des Tieres oder unter Stress zum Vorschein kommen. FeLV führt zu Veränderungen der blutbildenden Zellen im Knochenmark und im Immunsystem. Es kann einerseits zu einem Mangel, andererseits zu einem Überschuss an Zellen kommen. Lymphknoten als Anlaufstelle der weissen Blutkörperchen können tumorös entarten. Das häufigste Erscheinungsbild ist eine Schwächung des Immunsystems. Die betroffenen Katzen sind besonders anfällig für unterschiedlichste Erkrankungen und der eigentliche Ursprung, die Leukose, wird so verdeckt.

Vor der ersten Impfung gegen FeLV wird Ihre Katze mittels eines Test untersucht, ob sie nicht bereits infiziert ist. Ist sie es nicht, erfolgt eine zweimalige Grundimmunisierung im Alter von 8-9 Wochen und mit 12 Wochen. Eine Wiederholungsimpfung sollte jährlich erfolgen.


 

Die Katzenseuche

Die Katzenseuche (feline Panleukopenie) ist eine sehr schwere, hoch ansteckende Erkrankung, die durch das feline Parvovirus verursacht wird. Einmal in den Körper gelangt, befallen Parvovieren vor allem die Dünndarmzellen. Allgemeine Abgeschlagenheit, Fressunlust und hohes Fieber sind die ersten Symptome. Im weiteren Verlauf kommt es zu Erbrechen und flüssigem Durchfall, der gelegentlich blutig ist. An Katzenseuchen erkrankte Tiere trocknen aus und magern ab. Vor allem bei jungen Katzen endet die Erkrankung häufig tödlich. Es ist deshalb sehr wichtig, dass bei der Katzenseuche mit der Behandlung möglichst rasch begonnen wird.

Ein grosses Problem ist die monate- bis jahrelange Überlebensfähigkeit der Parvovieren in der Umgebung. Die meisten Desinfektionsmittel, Hitze- oder Kältebehandlungen sind wirkungslos, so dass die Krankheitserreger mit besonderen Massnahmen bekämpft werden müssen. Eine Ansteckung kann durch direkten Kontakt mit Artgenossen erfolgen, aufgrund der starken Wiederstandsfähigkeit der Viren aber auch via eine infizierte Umgebung stattfinden.

Gegen die Katzenseuche wird erfolgreicht geimpft, so dass sie heute in der Schweiz nur noch sehr selten auftritt. Die ersten beiden Impfungen (die sogenannte Grundimmunisierung) erhält die Katze im Alter von 8-9 und 12 Wochen, eine Auffrischung sollte jährlich erfolgen.


 

Virus bedingter Katzenschnupfen

Diese Erkrankung ist bei weitem nicht so harmlos, wie sie klingt. Der Katzenschnupfen ist mitunter sogar lebensbedrohlich! Er kann von zwei völlig verschiedenen Viren (Calici- und Herpesviren) verursacht werden, die ähnliche Symptome auslösen können. Typisch sind Niesen, Appetitlosigkeit, Fieber, Entzündungen der Nasen- Augen -, Maulschleimhäute und manchmal auch Bindehautentzündung der Augen. Kommt erschwerend noch eine bakterielle Infektion hinzu, tritt eitriger Nasen- und Augenausfluss auf. Verklebte und verkrustete Lieder, Nasenlöcher und eine entzündete Zunge sind die Folge. Besonders häufig erkranken junge Katzen, aber auch ältere Tiere können betroffen sein. Infizierte Katzen, welche die Krankheit überstanden haben und gesund wirken, können über Jahre hinweg Virusträger und -ausscheider bleiben. Dies ist auch der Grund, warum die Krankheit so verbreitet ist. Besonders wenn Katzen auf engem Raum gehalten werden, können sich die Schnupfenviren leicht von Katze zu Katze verbreiten. Auch reine Wohnungskatzen können erkranken.

Katzenwelpen werden im Alter von 8-9 Wochen und mit 12 Wochen grundimmunisiert, eine Wiederholungsimpfung sollte jährlich erfolgen.


 

Feline Chlamydiose

Neben dem "klassischen" viralen Katzenschnupfen können auch andere Infektionserreger zu Atemwegsinfekten führen. Einer davon ist das Bakterium Chlamydia felis. Vor allem bei jungen Kätzchen rufen diese Keime äusserst schmerzhafte Augenentzündungen hervor, die sich typischerweise durch geschwollene Augenbindehäute, Augenausfluss und starke Lichtempfindlichkeit (Zusammenkneifen der Augen) äussern. Im Gegensatz zu den Katzenschnupfenviren, die für uns ungefährlich sind, ist eine Übertragung von Chlamydophila felis auf Menschen nachweislich möglich.

Es gibt Katzenschnupfenimpfstoffe, die neben den Viruskomponenten auch gegen Chlamydophila felis schützen. Die Grundimunisierung erfolgt dementsprechend auch mit 8-9 Wochen und mit 12 Wochen, eine einmalige Auffrischung sollte jährlich erfolgen.


 

Feline Bordetellose

Erst seit kurzem ist bekannt, dass Katzenschnupfen auch durch ein weiteres Bakterium names Bordetella bronchioseptica (Bb) verursacht werden kann. Nicht jede Katze ist anfällig für feline Bordetellose, sondern es gibt eigentliche "Risikogruppen" für diese Krankheit. Generell sind es Katzen, die zusammen mit mehreren anderen Katzen in einem Haushalt leben, junge Kätzchen, Zucht- und Ausstellungstiere und auch Katzen, die vorübergehend in eine Ferienpension verbracht werden. Eine Impfung gegen Bb ist möglich. Sie wird als Tröpfchen in die Nase der Katze verabreicht, ist somit schmerzfrei und muss mindestens 72 Stunden vor einer Risikoperiode (z.B. Tierheimaufenthalt) durchgeführt werden. Da direkt an der "Eintrittspforte" der Erreger ein wirkungsvoller Impfschutz aufgebaut wird, ist nur eine einmalige Grundimmunisierung nötig. Wiederholt werden sollte die intranasale Bb-Impfung alle 12 Monate oder bei längeren Abständen vor jeder neuen Risikoperiode.